Niedrigwasser

Der Gewässerkundliche Dienst in Rheinland-Pfalz betreibt ein hydrologisches Messnetz von derzeit 147 repräsentativen Pegeln und einer zeitlich variablen Anzahl von temporär beobachteten Sondermessstellen. An den gewässerkundlichen Pegeln werden der Wasserstand und der Abfluss gemessen bzw. ermittelt.

Infolge des Klimawandels haben Häufigkeit, Intensität und Dauer von Niedrigwasser-perioden in den vergangenen Jahren auch in Rheinland-Pfalz zugenommen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach verlässlichen Daten und Informationen, die eine hydrologische und statistische Einordnung aktueller Niedrigwasserperioden ermöglichen.

In Rheinland-Pfalz gab es bisher ein wöchentliches Niedrigwassermonitoring an 21 gewässerkundlichen Landespegeln auf Basis der Niedrigwasserklassifizierung der IKSMS (Internationale Kommission zum Schutz von Mosel und Saar). Für 13 dieser Pegel werden die Ergebnisse dieses seit 2015 bestehenden Monitorings auf den Webseiten der IKSMS veröffentlicht, für die übrigen 8 Pegel erfolgte das Monitoring bislang nur LfU-intern. Die besagten 21 Pegel sind zwar als repräsentativ für Rheinland-Pfalz anzusehen, erlauben jedoch nur eine überblickshafte Beurteilung des aktuellen Niedrigwassergeschehens.

Mit der Inbetriebnahme des bundesweiten Niedrigwasserinformationssystems NIWIS im Juli 2026 werden für 23 weitere rheinland-pfälzische Pegel umfangreiche Auswertungen bezüglich der aktuellen Niedrigwassersituation veröffentlicht. Auch diese Messstellen wurden u.a. unter dem Gesichtspunkt der Repräsentativität ausgewählt.

Um für Rheinland-Pfalz eine einheitliche Klassifizierung bei gleichzeitig vergrößertem Pegelumfang im Niedrigwassermonitoring zu gewährleisten, wurde das interne Monitoringnetz nunmehr um die in NIWIS veröffentlichten Pegel erweitert.

Unter ökologischen Gesichtspunkten sind besonders Pegel von Interesse, die an kleineren Gewässern, an Oberläufen und / oder an Gewässern liegen, die aufgrund ihres hydrogeologischen Untergrundes zu Austrocknung neigen. Deshalb wurde das landesweite Niedrigwassermonitoring um nochmals 8 Pegel erweitert, die dieser Gruppe zuzuordnen sind. 

Für das Niedrigwassermonitoring wurden nur Pegel ausgewählt, deren Datenqualität im Niedrigwasserbereich entweder gut (79 %) oder mittelmäßig (21 %) ist. 

Damit umfasst das rheinland-pfälzische Niedrigwassermonitoring nunmehr insgesamt 52 gewässerkundliche Pegel an Fließgewässern und verbessert damit die Entscheidungsgrundlagen bezüglich wasserwirtschaftlicher und sonstiger Fragestellungen, zum Beispiel mit ökologischem Bezug. 

Die Schwellenwerte, die der Niedrigwasserklassifizierung zugrunde liegen, basieren auf der extremwertstatistischen Auswertung der langen Zeitreihen der an den Pegeln gemessenen mittleren Tagesabflüsse. Die Niedrigwasserklassifizierung für das vorliegende Abflussmonitoring entspricht der von IKSMS und IKSR verwendeten Aufteilung in 6 Klassen.

Hydrologische Kenngröße ist der wöchentliche NM7Q. Dieser ist als niedrigstes der an den 7 Tagen der zurückliegenden Woche errechneten arithmetischen Mittel des mittleren Tagesabflusses definiert. Durch die Wahl der Zeitspanne von 7 Tagen werden mögliche punktuelle und wöchentliche Abflussschwankungen v.a. an kleineren Gewässern (z.B. infolge von Einleitungen oder Stauwehrbetrieb) geglättet.

Der „aktuelle“ NM7Q der zurückliegenden Woche wird jeweils montags automatisch in der hydrologischen Fachdatenbank des LfU berechnet. Dabei handelt es sich stets um ungeprüfte Rohdaten. Durch automatisierten Vergleich dieses aktuellen Wertes mit den Schwellenwerten ergibt sich für die zurückliegende Kalenderwoche die Einordnung innerhalb der 6-stufigen Klassifizierung.

Die Schwellenwerte sind identisch mit den Abflüssen, die den Wiederkehrintervallen 2, 5, 10, 20 und 50 Jahre der pegelspezifisch angepassten Verteilungsfunktionen der langjährigen NM7Q-Zeitreihen entsprechen. Bezugszeitraum ist das sogenannte Wasserhaushaltsjahr, das am 1.4. eines Jahres beginnt und am 31.3. des Folgejahres endet.

Der wöchentliche NM7Q-Wert wird anhand der unterschrittenen Schwellenwerte einer Niedrigwasserklasse zugeordnet und entsprechend der folgenden Farbskala dargestellt:

T ≤ 2aT > 2a
T ≤ 5a
T > 5a
T ≤ 10a
T > 10a
T ≤ 20a
T > 20a
T ≤ 50a
T > 50a
kein Niedrigwasserhäufiges Niedrigwasserweniger häufiges Niedrigwasserseltenes Niedrigwassersehr seltenes Niedrigwasserextrem seltenes Niedrigwasser

Datenkarte Niedrigwassermonitoring

Wöchentliches Niedrigwassermonitoring (NM7Q)

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